Moll Gebaude, Ganghoferstrasse, München

Franz Moll
Stiftung für die
kommenden Generationen




"..Dagegen ist die Münchner "Franz-Moll-Stiftung für die kommenden Generationen" winzig. Doch sie verfolgt ein wichtiges Anliegen und zeigt, dass auch eine kleine Initiative erhebliche Wirkung für die Betroffenen in allen Teilen der Welt haben kann."

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Franz Moll, Billerhof, Photo copyright Craig Reishus

Sinnstifter

von Simone Kayser
mit freundlicher Genehmigung
der Münchner Straßenzeitschrift BISS


Der Skandal um die Liechtensteiner Scheinstiftungen macht es zurzeit zusätzlich schwer, private Stifter zu Aussagen über sich und ihr Mäzenatentum zu bewegen. "Wenn man reich ist, kann man nicht diskret genug sein", erklärt eine freundliche Millionenerbin am Telefon. Ihre Stiftung stecke noch im bürokratischen Vorlauf, aber sie sei sich jetzt schon sicher, dass die Organisation keinesfalls ihren Namen tragen werde, und schon gar nicht würde sie online über ihr Engagement berichten, denn man müsse sich die Entführer ja nicht noch per Internet ins Haus holen. Reiche fürchten Neid, Bettelei, Erpressung und die Unterstellung, ihr wohltätiges Engagement sei nicht unwesentlich von Steuerargumenten motiviert. Wer in Deutschland stiftet, hat beachtliche Vorteile bei der Einkommens- und Gewerbesteuer, vor allem seit Verabschiedung des "Gesetzes zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements" im 2006. "Nichtsdestotrotz bleibt dem Stifter nach einer Stiftung weniger im Geldbeutel als vorher", erklärt die Pressesprecherin des Bundesverbands Deutscher Stiftungen Anke Pätsch. Es sind in erster Linie persönliche Erwartungen, die Stifter an eine Stiftungsgründung knüpfen. Sie möchten sich eine erfüllende Aufgabe schaffen und ihre Zufriedenheit steigern, ergab eine Bertelsmann-Studie. Der Wunsch nach gesellschaftlicher Anerkennung spielt angeblich eine untergeordnete Rolle. Übrigens werden Stifter in Deutschland immer jünger und der typische Stifter ist heute weiblich.

Um steuerbegünstigt zu werden, muss eine Stiftung einen gemeinnützigen Zweck verfolgen: Mehr als 30 Prozent der derzeit 15500 deutschen Stiftungen fördern Soziales, 15 Prozent Bildung und Erziehung, 14 Prozent Kunst und Kultur, 13 Prozent Wirtschaft und Forschung. In den 1950er- und 60er-Jahren kam als neuer Stiftungszweck der Umweltschutz hinzu. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) ist mit einem Vermögen von rund 1,7 Milliarden Euro eine der größten deutschen Stiftungen und der jährlich verliehene Preis mit 500000 Euro der höchstdotierte Umweltpreis Europas.

Dagegen ist die Münchner "Franz-Moll-Stiftung für die kommenden Generationen" winzig. Doch sie verfolgt ein wichtiges Anliegen und zeigt, dass auch eine kleine Initiative erhebliche Wirkung für die Betroffenen in allen Teilen der Welt haben kann. Die Stiftungstätigkeit besteht hauptsächlich in der Verleihung des "Nuclear-Free Future Award", einer Auszeichnung für Menschen, die sich für eine Zukunft ohne Atomwaffen und Atomstrom starkmachen.

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