"..Dagegen ist die Münchner "Franz-Moll-Stiftung für die kommenden Generationen" winzig. Doch sie verfolgt ein wichtiges Anliegen und zeigt, dass auch eine kleine Initiative erhebliche Wirkung für die Betroffenen in allen Teilen der Welt haben kann."
Mehr von Simone Kayser in der Münchner Straßenzeitschrift BISS...
In den Fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts protestierte ich als Student gegen die Aufrüstung der deutschen Bundeswehr mit Atomwaffen. Damals verteilten wir Flugblätter von Albert Einstein und Albert Schweitzer. F.J.Strauß konnte seine Atomwaffenpläne nicht durchsetzen, aber Deutschland entschied sich für die zivile Nutzung der Kerntechnik.
Im Lauf der Jahre wuchs mein Unbehagen – einerseits wegen der Unmöglichkeit den Atommüll zu entsorgen, andererseits wegen des sogenannten Restrisikos. Tschernobyl gab den Ausschlag; jetzt entschloss ich mich zu handeln. Ich orientierte mich über alle einschlägigen NGOs. In München fand ich keine, die sich ausschließlich gegen die atomare Bedrohung einsetzte bzw. über regionalen Widerstand hinaus agierte. Als ich vom World Uranium Hearing in Salzburg hörte, nahm ich mit Claus Biegert Kontakt auf. Wir entwickelten die Idee, einen internationalen Preis ins Leben zu rufen, den Nuclear-Free Future Award. Zu diesem Zweck gründete ich 1998 die "Franz-Moll-Stiftung für die kommenden Generationen." In der Präambel der Stiftung heißt es:
Die Stiftung soll dieser Entwicklung entgegenwirken. Sie soll dazu beitragen, den notwendigen Paradigmenwechsel herbeizuführen: Jedes menschliche Tun und Lassen ist daran zu messen, ob es dem Leben der "7. Generation nach uns" nützt oder schadet. (im Sinne der Verfassung der Irokesen)
Die Stiftung und der Preis, den sie auslobt, sollen dazu beitragen, den notwendigen Paradigmenwechsel herbeizuführen: Macht über unsere eigene Macht zu gewinnen.